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Auswandern in die USA

Wenn wir zu einem deutschen Stammtisch in Kalifornien gehen, ist meist eine der ersten Fragen, „Mit welchem Visum bist du hier?“. Diese Frage ist für Auswanderer-Willige ebenso wichtig, wie auch für bereits ausgewanderte. Dieses Kürzel gibt dir sofort Auskunft, wie lange derjenige bleiben darf (nicht will), mit welchem Background er gekommen ist und manchmal auch, welche Absichten er in den Staaten verfolgt.

Kleine Grundlagen-Einführung:

Es gibt zwei Kategorien: Einwanderungs– und Nicht-Einwanderungs-Visas. Die Greencard ist ein Einwanderungsvisa. Der größte Unterschied zwischen diesen beiden Kategorien ist die Dauer der Gültigkeit. Bei der Einwanderung ist der Status dauerhaft und kann zur Einbürgerung (somit Wahlrecht, etc.) führen. Das Nichteinwanderervisum ist beispielsweise für fachliche Spezialkräfte, Investoren, Au-Pair-Stellen oder Künstler. Aus diesem Visa-Status heraus kann die GreenCard beantragt werden, jedoch ist das erste Visum erst einmal befristet.

Wer wirklich mit dem Gedanken spielt, in die USA zu gehen, hat mehrere Möglichkeiten. Die bekannteste Variante ist die GreenCard Lotterie. Ich kenne tatsächlich Gewinner. Es gibt sie wirklich! Aber es sei angemerkt, dass es 2015 in Deutschland nur 678 Gewinner gab. Die Chancen sind also wirklich verschwindend gering.

Die beste Chance haben Auswanderer, wenn sie sich als Fachkräfte in den USA um einen Job bewerben und im Vorfeld vom Arbeitgeber einen Vertrag bekommen. Dieser unterstützt dann die Auswanderer im Idealfall bei dem Papierkram. Aber auch hier sei gesagt, das es keine 100%ige Sicherheit für die Visa-Erteilung gibt. Die Vereinten Staaten bewilligen eine beschränkte Anzahl Visas der verschiedenen Typen und die Bewerber werden dann erneut ausgelost und nach ihrer Qualifikation für das Visum beurteilt. Wer dann in dem Jahr nicht berücksichtigt wird, müsste im nächsten Jahr erneut einen Antrag einreichen und das hoffentlich immer noch mit der Unterstützung des Arbeitgebers.

Wie in Deutschland, lassen auch die USA nur qualifizierte Fachkräfte in ihrem Land arbeiten. Wer nicht einen besonderen politischen oder religiösen Status hat, muss dem Land, in dem er arbeiten will beweisen, dass er keinem Einheimischen eine Arbeitsstelle streitig macht. Meist ist hier der Punkt, wo mich mein Gegenüber ungläubig anschaut, wenn ich diese Tatsache erwähne. Amerika ist nicht mehr der Wilde Westen, wo jeder Schuster oder Hufschmied einfach ein Stück Land geschenkt bekommt, wenn er auswandert. Es gibt strenge Auflagen, die wir auch in Europa haben – auch wenn das den meisten überhaupt nicht bewusst ist. Ohne Fachstudium geht auch in der EU nichts, um die BlueCard zu erhalten. Das gleiche gilt in den USA um ein Visum mit Arbeitserlaubnis zu erhalten.

Hier geben die meisten auf. Nur wenige sehen sich im Stande, ein Investoren Visum zu erhalten. Die zu investierenden Summen würden sich auf min. 100.000 USD belaufen, besser wäre natürlich mehr. Jedoch gibt es ein kleines Schlupfloch, dessen sich wenige bewusst sind. Nicht man selber muss zwingend der Investor sein. Wenn man einen Arbeitgeber hat, der in den USA eine Zweigstelle betreibt, so kann das Unternehmen seinen Mitarbeiter entweder über das E-oder das L-Visa entsenden. Die Unterschiede sind hier die Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters (z.B. L = min. 12 Monate) oder aber der Status des Mitarbeiters im Betrieb (z.B. E = Manager oder höher).

Viele Europäer kommen tatsächlich entweder über den amerikanischen Arbeitgeber mit einem H-Visum in die Staaten, oder aber über ein europäisches Unternehmen mit einem L- oder E-Visum. Wer also nicht ein herausragender Wissenschaftler, Sportler oder Künstler ist, hat ohne Heirat eigentlich nur diese Möglichkeiten: Arbeitgeber in den USA werden und erhebliche Summen vor Ort investieren, Arbeitgeber stellt in den USA ein oder Arbeitgeber in der EU entsendet den Arbeitnehmer in die USA. Alles andere berechtigt nicht zu einem längeren Aufenthalt oder Erwerbsaufnahme.

Es gibt mittlerweile auch immer weniger amerikanische Unternehmen, die ausländische Mitarbeiter akquirieren, um sie in den USA einzusetzen. Grund hierfür sind gerade der lange Visa-Prozess, die hiermit verbundenen Kosten und die mittlerweile immer geringer werdenden Erfolgschancen im ersten Jahr.

Daher wäre mein Tipp: sucht Euch einen Arbeitgeber in der EU, der Niederlassungen in den USA hat, in denen potenziell Eure Fähigkeiten gebraucht werden. Nach spätestens 12 Monaten kann Euch der Arbeitgeber in die USA entsenden. Zum Beispiel L-1A Visa-Inhaber können auf insgesamt maximal sieben Jahre in den USA eingesetzt werden (durch zweimalige Verlängerung). Einer Beantragung der GreenCard vor Ort steht nichts im Weg und wird potenziell eher bewilligt, als aus dem Ausland.

Toi! Toi! Toi! Es ist nicht leicht, aber es gibt Mittel und Wege.

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