Washington Monument, Jefferson Memorial, Tidal Basin

Washington DC – was muss man gesehen haben?

Es ist irgendwie komisch, aber kaum ein Tourist hat wirklich Washington DC auf seiner Reiseliste. Dabei wird die Stadt von ungefähr 5 Mio. Touristen jährlich besucht – aber eben meist nur von Amerikanern. Die Stadt wurde geplant, als Zentrum der Politik und Macht gegründet und kann auf den ersten Blick kaum mehr bieten. Deswegen sollte man zweimal hinschauen!

Capitol, Kapitol, Washington DC, Amerika

Das Kapitol ist Sitz des Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika.

 

Die Geschichte der Hauptstadt

ist etwas kompliziert. Zum einen ist die korrekte Bezeichnung der Hauptstadt der Vereinigten Staaten „District of Columbia“ und nicht Washington. Sie liegt an der Ostküste, während der Bundesstaat Washington an der Westküste liegt. Columbia war im 17. Jahrhundert ein durchaus gebräuchlicher Name für Amerika, das von Kolumbus entdeckt wurde und zudessen Andenken so genannt wurde. Nach dem Unabhängigkeitskrieg wurden am 4. Juli 1776 die Vereinigten Staaten gegründet. Damals verkündeten 13 Kolonien ihre Unabhängigkeit und gründeten die heutige USA, die jetzt 50 Bundesstaaten umfasst. Im Laufe der Zeit kamen mehr Staaten hinzu und der Aufbau einer Bundesregierung wurde beschlossen. Die erste offizielle Hauptstadt der USA war von 1788–1790 New York City. George Washington legte hier seinen Amtseid als erster Präsident der Vereinigten Staaten ab. 1790 wurde der Residence Act unterzeichnet, in dem Philadelphia für weitere 10 Jahre als Hauptstadt agierte, jedoch zeitgleich ein permanentes Gebiet für die Regierung geschaffen werden müsse – der heutige District of Columbia. Präsident George Washington wählte die Fläche am Potomac River, das von Virginia und Maryland abgegeben wurde. 1800 tagte der Kongress das erste Mal in der neu ernannten Planhauptstadt District of Columbia oder eben Washington DC.

Was muss man gesehen haben

wenn man in Washington DC war? Das Weiße Haus als Sitz des Präsidenten liegt mitten in der Stadt. Leider kann es bis auf weiteres eigentlich nur von Amerikanern besucht werden. Diese müssen sich für die Tour über einen ihrer politischen Repräsentanten anmelden. Für Ausländer wäre das jeweilige Konsulat zuständig. Jedoch wird inzwischen ein umfangreicher Sicherheitscheck im Vorfeld verlangt, dem die Konsulate und Botschaften einfach nicht für Touristen nachgehen können.

Weißes Haus, Washington DC, Amerika, Sightseeing

Das Weiße Haus

Was jedoch kein Problem darstellt, ist ein Besuch im Kapitol, dem Sitz des amerikanischen Kongresses (Legislative). Hier tagt der Senat und das Repräsentantenhaus („the House“ of Representatives). Als Planstadt hat man diese Gebäude der Macht sorgfältig skizziert und im klassizistischen Stil erbaut. Man kann das Kapitol mit und ohne Termin besuchen. Der Sicherheitscheck ist relativ gering und man kommt zügig durch. Zu sehen gibt es jedoch ehrlich gesagt wenig. Ein ca. 15-Minuten langer Film erklärt dem meist amerikanischen Besucher kurz die Geschichte und Grundlage der Vereinigten Staaten und Washington DCs. Dann wird man in die Krypta geführt, später unter die Kuppel und dann in den Statuensaal.

Capitol, Washington DC, Regierungssitz Amerika.

Das Kapitol in Washington DC ist der Regierungssitz Amerikas.

Die wohl bekanntesten Gedenkstätten sind das Washington Monument und das Lincoln und Jefferson Memorial.

Über den Potomac River gelegen befindet sich der Arlington National Cemetery. Auf diesem Friedhof liegen neben Generälen und Soldaten auch John F. Kennedy und seine Frau Jackie, berühmte Sportler und Wissenschaftler, Richter, Ärzte oder Meinungsbilder.

Die wohl berühmteste nicht politische Attraktion ist jedoch das Smithsonian. Alleine 14 Museen in Washington und Umgebung werden unter der Leitung des Smithsonian Institution für Besucher kostenlos geöffnet. Selbst der lokale Zoo ist kostenlos. Das hört sich im ersten Moment toll und großzügig an. Da jedoch die Museen von staatlichen Steuergeldern finanziert werden, frage ich mich ehrlich gesagt ob das in einem Land wie Amerika wirklich angebracht ist. Wer kein Geld für die Kranken und Hungernden in seinem Land hat, keine anständige Altersvorsorge ermöglicht, keine Obdachlosen-Betreuung oder ein vernünftiges Straßennetz stämmen kann…. muss dieses Land wirklich 14 Museen kostenlos für jederman unterhalten? Ich finde, meine Steuergelder wären in der Versorgungssicherung der Bevölkerung besser aufgehoben…

Funfacts

Präsident Washington war begeisterter Gebissträger. Er war anscheinend im Besitz von 6 verschiedenen Gebissen. Zahnimitate gab es damals aus Elfenbein, Gold, Tierzähnen oder auch einfach Blei. Eines seiner Gebisse soll aus Zähnen verstorbener Menschen gemacht worden sein. Einer Legende zufolge – niemand konnte sie bisher belegen – hatte er ein Gebiss aus Holz. Angeblich geschnitzt aus einem Kirschast trug er schon in früher Jugend ein Holzgebiss als Prothese. Das Holz soll gesplittert haben und Spreißel seien in sein Zahnfleisch eingedrungen, auf die er dank Indianern gelernt hätte, Backenzähne aufzustecken… Klar ist wiederum, dass er als er 1789 Präsident wurde nur noch einen einzigen Zahn sein eigen nennen konnte.

In die Krypta des Kapitols wurde extra ein Raum gebaut, der als Grabkammer für die Gebeine George Washingtons dienen sollte. Man hat angeblich die Witwe gefragt, ob sie damit einverstanden sei, dass ihr verstorbener Gatte umgebettet werden solle. Blöd nur, wenn das Testament des Verstorbenen dem widerspricht und der Eigentümer des Landes, auf dem der Verstorbene in einer Familiengruft beigesetzt wurde, was dagegen hat. Somit ist diese Grabkammer vermutlich die berühmteste leere Grabkammer Amerikas.

Fazit

Die Hauptstadt der USA hat einiges mehr zu bieten. Der Potomac River ermöglicht Wassersport, Schiffstouren und herrliche Promenaden direkt am Wasser. Großzügige Parkanlagen ziehen sich durch die Stadt. Viele Gebäue stehen unter Denkmalschutz, wovon die gesamte Architektur der Stadt profitiert. Wo Geld und Macht zuhause sind finden sich fantastische Restaurants, Hotels, Bars und Geschäfte. Das Smithsonian trägt natürlich immens zur kulturellen Entwicklung der Stadt bei. Alles in allem bietet der District of Columbia hervorragende Lebensbedingungen und viel Abwechslung für vielschichtig interessierte Menschen. Washington DC ist vermutlich genauso wenig repräsentativ für die USA, wie Berlin für Deutschland und doch sind beide Städte ein Spiegelbild der Geschichte des Landes.

2 Gedanken zu “Washington DC – was muss man gesehen haben?

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