Yosemite Valley, Nationalpark, USA, Kalifornien, Natur

5 praktische Tipps für Yosemite

Von Übernachtung bis Kleidung – was muss ich bei einem Yosemite Besuch beachten

An- und Abreise

Ehe ein Besuch des Yosemite Nationalparks geplant wird sollte man sich über die Wetterbedingungen zum jeweiligen Zeitraum informieren. Es ist keine Seltenheit, dass noch im Mai der Park nicht ohne Schneeketten oder Allrad befahren werden kann. Während man im Mai die Wasserfälle im Yosemite Nationalpark sieht, sind es im Juli eher die Granitfelsen. Im Herbst 2017 sind auch die Mammutbäume endlich wieder für die Öffentlichkeit erreichbar. Über das Jahr hinweg werden immer wieder mal Straßen oder Attraktionen gesperrt. Sei es wegen Steinschlag oder zum Schutze der Natur, es lohnt sich vor der Planung und Anreise einmal kurz auf der offiziellen Seite die gegenwärtigen Warnungen zu lesen.

Es gibt eigentlich nur drei Möglichkeiten: selber fahren, Öffentliche Verkehrsmittel oder sich einer Reisegruppe anschließen. Der Öffentliche Nahverkehr genießt in den USA keinen guten Ruf und ich selbst würde es nur im Notfall in Betracht ziehen. Selbst wenn man so in den Yosemite kommt, so muss man vor Ort letzendlich allein aufgrund der Größe des Parks eine Bustour buchen. Dabei gibt direkt mehrere Bustouren, die in Sacramento oder San Francisco starten und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Yosemite abfahren. Dauer: ca. 16 Stunden. Ich habe hier ein Beispiel verlinkt, wo man über die Fahrtzeiten einen ganz guten Eindruck bekommt. Die Anreise will zeitlich gut geplant sein. Wer Freitagnachittags los möchte, sollte sich im klaren sein, dass in der Bay der Wochenendverkehr ausgebrochen ist. Für eine 3h Fahrt muss man dann locker 5h Fahrzeit einkalkulieren. Am besten ist es frühmorgens loszufahren, was 6-7 Uhr bedeutet, oder mindestens eine Übernachtung einzuplanen.

Yosemite ist nicht ohne Grund ein Naturdenkmal. So schön es ist, so abgelegen ist es. Für T-Mobile Kunden wird der Handyempfang bereits 1 1/2 Stunden vorher spärlich. Bei AT&T dauerte es gut 30 min länger, ehe das Netz nicht mehr erreichbar war. Jeder Reisende sollte in den USA auf längere Strecken ohne Handyabdeckung vorbereitet sein. Das heißt auf gut deutsch, packt die Laufschuhe ein, denn es könnte eine kleine Wanderung werden, ehe ihr ein Festnetztelefon findet. Habt eine Roadside-Assistence, wie AAA (das amerikanische ADAC Pendant) abgeschlossen und die Notrufnummer parat. Packt Euch daher auch immer etwas zu essen und zu trinken ein. Es kann unter Umständen Stunden dauern, ehe ihr Hilfe bekommt. Lasst aber bitte nichts zu essen (auch keine leeren Verpackungen!) über Nacht im Auto! Es ist keine Legende, dass Bären im Yosemite leben und Autoscheiben einschlagen, um an Essbares heranzukommen….

Navigation über z.B. Googlemaps funktioniert, wenn die Routenkalkulation mit Internet berechnet werden kann. Auf dem Rückweg ist die Kalkulation erst wieder möglich, sobald Internet verfügbar ist. Aber im Zweifelsfall ist alles sehr gut ausgeschildert und die Anwohner in den verstreuten kleinen Gemeinden helfen auch sehr gerne weiter.

Übernachtung

Es gibt zahllose Campingplätze, Cabins, Wohnwagen-Plätze, Motels und Luxusherbergen. Eines ist jedoch sicher. Kurzfristig geht hier vor allem fürs Wochenende so gut wie nichts. Die Campingplätze können mit 6 Monaten Vorlauf online reserviert werden. Die offizielle Reservierungsseite sagt selbst:„Seconds make the difference between getting your reservation or not.“ (Sekunden machen den Unterschied ob man eine Reservierung erhält oder nicht.) Hier muss man wirklich zuschlagen, sobald man einen freien Platz entdeckt. Wer sein Glück versuchen mag, hier geht es zur offiziellen Buchungsseite.

Wer im Yosemite übernachten möchte und eine Unterkunft gefunden hat, sollte dringend die vielen Warnhinweise beachten. Es sind nicht nur die Bären, die zur Gefahr werden können. Immer wieder brechen verherende Brände in Kalifornien aus, die meist durch unachtsames Verhalten verursacht werden. Die Schäden sind katastrophal für die Tiere, aber auch für uns Menschen. Es brennt eigentlich fast jedes Jahr. Diese Bilder sind 2017 entstanden und zeigen die Schäden des Brandes von 2013. Es lässt sich erahnen, wie lange es die Natur braucht, sich wieder zu erholen. Daher bitte, beachtet die Warnhinweise und achtet auf jegliche Feuerquelle.

Wir haben mit zwei Monaten Vorlauf eine Cabin ungefähr 10 Minten Fahrzeit vom Eingang zum Yosemite gebucht. Das Yosemite River Inn bietet verschiedene Unterkünfte an und ist direkt an einem Fluß gelegen. Die großzügige Anlage bietet mehrere Holzkohlegrills an, Hollywoodschaukeln, Tische und Bänke, Stühle, Sonnenschirme… Einfach alles was man für einen gemütlichen BBQ-Abend braucht. Es ist kein Schnäppchen, aber wenn man es mit den Luxusherbergen wie der Rush Creek Lodge vergleicht, eben doch. Letzendlich muss jeder selber entscheiden, wie viele Dollar ihm ein Bett wert sind. Möglichkeiten gibt es hier wie Sand am Meer. Man sollte nur schauen, dass die Unterkunft auf dem Weg liegt. Es ist ein enormer Zeitaufwand, wenn man aus dem Westen kommt, aber im Osten schläft. Außerdem wird auf dem Tag der Anreise erneut der Parkeintritt fällig, der sich auf $30 pro Auto beläuft.

Kleidung

Bei Kalifornien denkt man immer an Sonne, Meer und Palmen. Aber unterschätzt nicht das Hinterland. Während es südlich von San Francisco auf der Peninsula und in South Bay relativ gleichmässige Temperaturen gibt, umso mehr dreht sich das Thermometer je weiter man in den Osten kommt. Tagsüber oftmals sehr heiß und nachts ordentlich frisch. Im Yosemite Nationalpark bewundert man Felswände und Berge. Teilweise liegt die Granitlandschaft auf über 6.000 ft, was ca. 1.828 m sind. Demzufolge hat man starke Sonne, aber auch an manchen Tagen starke Winde. Wer im Frühjahr kommt, hat die Wasserfälle, die aber auch mit ordentlich Spritzwasser einher gehen. Wer im Sommer kommt, hat Sonne und die kühle Brise, was zu Sonnenbrand führt und an manchen Ecken den Besucher ordentlich frösteln lässt. Kurzum, packt lieber mehr ein, als zu wenig. Der gesamte Park kann mit dem Auto befahren werden, sofern Straßen nicht gesperrt sind. Ihr könnt alles bequem in Reichweite haben. Bei unserem letzten Besuch habe ich eine Jacke komplett durchgenässt, als ich einem Wasserfall zu nahe kam. Ich war heilfroh, noch eine dicke Jacke dabei zu haben, weil es gerade an den Panoramaausblickspunkten ordentlich zieht. Ich kann nur empfehlen, feste Schuhe mitzubringen, zwei Jacken, evtl. eine Kappe und was ein ordentlicher Zwiebellook sonst noch so braucht. Unterschätzt das Wetter nicht. Hier in den Bergen könnt ihr auf alles treffen.

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Stau im Yosemite. Auch hier wird ganz amerikanisch alles im Auto abgefahren.

Verpflegung

Es gibt im Yosemite Valley und Half Dome Valley jeweils ein Geschäft, in dem ihr Vorräte aufstocken könnt. Hier wird von der Banana über die Winterjacke bishin zum Fernglas eigentlich alles verkauft, was das Herz in der Wildnis begehren könnte. Im Yosemite Valley gibt es noch den Village Grill Deck, wo es recht passabel Burger und Sandwiches gibt. Im Half Dome Valley ist es mehr eine Kantine, wo man sich verpflegen kann. Das Majestic Yosemite Hotel vor Ort im Park (nächstes freies Doppelzimmer an einem Freitag in 4 Monaten für über $400…) hat ein Restaurant, das nur für Dinner Reservierungen erwartet. Hier findet ihr eine Übersicht über die einzelnen Essens- und Verpflegungsmöglichkeiten im Yosemite.

Oder lieber picknicken? Wer Lust hat, sollte eine der vielen Picnic-Areas ansteuern und sich gemütlich einem BBQ widmen. Auch hier gelten die gängigen Sicherheitsregeln. Als Tipp: ihr müsst eigentlich alles bis auf den Grill selbst mitbringen. In ganz Kalifornien findet man fest installierte Grills mit Rost, wo man eigentlich nur noch ein Feuerchen starten muss und ab mit der Wurst auf den Grill. Es gilt „wer zuerst kommt, malt zuerst“. 

 

Wie lange solltest Du bleiben?

Nun, es kommt darauf an, was für ein Reiser Du bist. Wanderst Du gerne? Relaxed Du lieber? Willst Du hoch auf die Berge? Genießt Du lieber von unten die Granitwände? Im Grunde kannst Du locker 7 Tage im Park verbringen, sofern Du gerne zeltest und gerne wanderst. Es hat Wanderrouten von einfach bis extrem anstrengend. Dazu gibt es noch die Möglichkeiten, auszureiten, bergsteigen, angeln, malen, Vögel beobachten, und und und… Auf der offiziellen Seite findet Ihr eine umfassende Übersicht über alle Aktivitäten. Wer nicht so viel Zeit hat und gerne die wichtigsten Punkte sehen möchte, kann das innerhalb eines Tages mit An- und Abfahrt aus San Francisco oder Sacramento schaffen.

Die wichtigeste Sightseeing-Runde ist mit dem Auto locker befahrbar, teilweise sogar zweispurig. Wer also nur einen Tagesausflug oder Wochenendtrip schafft, kann hier dennoch alles sehen. Der El Capitan, Glacier Point, Mariposa Grove oder Half Dome sind problemlos auf asphaltierten Straßen zu erreichen. Oft hat man einen leider viel zu kleinen Parkplatz nebendran oder fährt eben ein paar Meter weiter und läuft zurück. Das Valley ist ebenfalls natürlich mit einem Rundgang zu Fuß zu entdecken, was definitiv mehr Ausblick liefert. Jedoch muss man für die atemberaubenden Panoramblicke schon mit dem Auto die 6.000 ft hoch.

Half Dome, Yosemite

Hier sollten wir den Half Dome sehen können, wie uns die Skulptur verriet…

2 Gedanken zu “5 praktische Tipps für Yosemite

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