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Ein amerikanisches Abenteuer im Yosemite Nationalpark – der anderen Art

Herrliche Wälder, blaue Seen, hohe Wasserfälle und unendliche Weiten sollten uns erwarten. Doch… es kommt immer anders als man denkt…

Der Yosemite Nationalpark ist sicherlich jedem ein Begriff. Von uns aus sind es One-Way knapp 3h Autofahrt. Ein Freund von uns hatte gerade seine Eltern zu Besuch und wir entschieden uns kurzerhand, zu Viert das amerikanische Abenteur des Wilden Westens gemeinsam anzugehen. Abfahrt: 8 Uhr. Ankunft Yosemite: 11 Uhr. Rundtour mit Wanderung bis ca. 17 Uhr. Ankunft zuhause etwa 21 Uhr. So der Plan. 

Nur 1,2km vor dem Parkeingang machte das Auto (unseres Freundes) hubblige Bewegungen, Motorwarnleuchte geht an und wir fahren rechts ran. Das wars. Das Auto sprang nicht mehr an. Das Öl kochte. Nichts lief aus. Kurzum keine Ahnung. Also was macht man? Erstmal checken, wer eigentlich AAA (amerikanischer ADAC) Mitglied ist. Keiner. Hmmm… Das Auto hatte aber noch Garantie! VW Tiguan, 57.000 Meilen, frisch vom Händler. „Also rufen wir den an.“, dachten wir… Das ist aber ohne jegliche Netzabdeckung gar nicht so leicht! Hmmmm….

Thomas und ich wanderten kurzum zum Parkeingang, in der Hoffnung dort ein Telefon zu finden, während seine Eltern beim Wagen warteten. Tatsächlich halfen uns die netten Park-Ranger weiter und so konnten wir telefonieren. In Deutschland wäre meiner Erfahrung nach nun das Abenteuer vorbei. Abschleppwagen kommt, alles gut.


In USA waren wir 1,5h am Telefon, um die Situation mit dem Händler zu klären. Er konnte uns ja nicht erreichen. Alles musste in diesem einen Gespräch gemacht werden. Nach über 2 Stunden waren wir erst wieder am Wagen, um dort auf den Abschlepper zu warten. Der kam auch! 14:30 Uhr war er da! Nur… er sagte, er sei nicht unser Abschlepper und sei für eine andere Fahrt gebucht… Was???!!! Nun gut. Weiter warten… 15 Uhr, ein weiterer, kleinerer Abschlepper kommt! Er ist uns auch zugeteilt. Aber… er darf keine 4 Personen mitnehmen. Also wieder zurück zu seinem Kollegen – ihr ahnt es… Der Kollege hatte uns erst 30min vorher stehen lassen… Dann kam der zweite wieder, sein Kollege könne ins nicht fahren. Wir hatten uns bereits aufgeteilt, Thomas‘ Eltern saßen bereits im LKW, da kam ein Funkruf, dass der Kollege nun doch käme…


Und jetzt denkt sicher jeder, wir hätten das Abenteuer geschafft. Nun… nicht ganz.

Wir saßen wie die Sardinen auf der Rückbank des Abschleppwagens, als wir den Fahrer erklärten, wir brauchen einen Mietwagen um Heim zu kommen. „Oh… They usually close at 4pm“. Es war ziemlich genau 4 Uhr und wir bekamen Panik. Eine Nacht im Hinterland? Hendrik uns abholen und 600 Meilen (900km) fahren? Was nun? Wir hatten erst gegen 16:30 Uhr wieder Telefonnetz und reservierten uns einen Mietwagen in Sonora, Kalifornien. „Wo?!“ Ja. So ging es uns auch. Das war nochmal knapp zwar mehr als eine Stunde Fahrt, während uns die Beine auf der Rückbank abstarben… Aber zum Glück war die nette Dame von der Autovermietung bereit auf uns zu warten. Das „Glück“ und „nett“ hat sie dann auf den Mietpreis aufgeschlagen… 181$ für 24 Stunden. Unverschämt!!!

Nun… Was passiert jetzt mit dem Auto?! Tja… Der Abschlepper ließ den Wagen von der Rampe und war nicht mehr gesehen. Die Werkstatt war gar keine Werkstatt bzw. kann keinen VW auf Garantie reparieren. Und so ging das Spiel von vorne los. Wirklich!!! Kein Scherz! Ein neuer Abschleppwagen wurde geschickt. Keiner wusste, wann der kommt. Wir hatten zwar einen Ersatzwagen, konnten jedoch immer noch nicht heim. Unser Glück, um die Ecke war ein Restaurant mit Netzabdeckung. Wir hatten seit morgens nichts mehr gegessen und einen Bärenhunger. Mittlerweile war es 18:30 Uhr und während wir diesmal warteten, schlugen wir uns die Bäuche voll und als wir fertig waren, kam auch der nächste Abschleppdienst.

Noch auf der Rückfahrt schrieb der Autohändler, dass er den Wagen zurücknimmt und den vollen Kaufpreis erstattet. Um immerhin 22 Uhr waren wir endlich daheim. Ende gut, alles gut!

6 Gedanken zu “Ein amerikanisches Abenteuer im Yosemite Nationalpark – der anderen Art

  1. Dr. Bernhard Jankowsky schreibt:

    Ein wirklich toller Artikel, der weider einmal zeigt, wie begrenzt die Möglichkeiten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind. Das Foto mit Nadja und Thomas hat mich „very amused“. Weiter so!

    Gefällt 1 Person

  2. peter bachstein schreibt:

    tja, wer das abenteuer sucht, wird es mit sicherheit finden. nur haben abenteuer die angewohnheit, anders zu verlaufen als der beste plan. sonst wären es ja keine abenteuer. und wenn am ende doch wieder alles gut gegangen ist, freut man sich schon auf das nächste abenteuer, das ganz anders verlaufen wird als der beste plan. so sind sie eben die anbeteuer und wir genießen sie trotzdem…

    Gefällt 2 Personen

  3. Albrecht Kadauke schreibt:

    Hallo Nadja, vielen Dank! Das ist eine ganz prima Schilderung unseres gemeinsamen adventure! Ich hatte gar nicht bemerkt, daß Du so viele Fotodokumentationen gemacht hast. Damit sind mir die Erinnerungen an unseren gemeinsamen Ausflug wieder ganz präsent geworden. Alles in allem war’s doch ein ganz besonderer Tag in unserem Kalifornien-Kurzurlaub. Wollte ich nicht missen!

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