Belize, Zentralamerika, Lateinamerika, Südamerika, Entwicklungsland, Infrastruktur, Karibik, reisen, Einsteigerland, Anfänger, Einsteiger, worauf muss ich achten, zu beachten, Belize Konflikt Guatemala, Kriminalität, Regenzeit, Hurrikan, Saison

Die Schattenseiten von Belize

Worauf muss man achten:

Grundsätzlich ist es immer wichtig, sich im Vorfeld gut zu informieren. Gerade bei Fernzielen tut man gut, sich über die politische und wirtschaftliche Lage vor der Reise ausführlich einzulesen. Mir kommt hier spontan eine TV-„Reportage“ auf VOX in den Sinn, bei der ein Pärchen nach Panama auswanderte und vor Ort feststellte, „das ist ja ein Dritte Welt-Land!“ Wer sich ein wenig mit seinem Zielland beschäftigt, erlebt vor Ort keine großen Überraschungen.

Belize gilt als Entwicklungsland. Sie haben Juni bis November Hurrikan-Saison, was wie in den meisten Ländern Zentralamerikas das allgemeine Erscheinungsbild prägt. Es ist schwierig zu beschreiben, aber wer sich noch an den Orkan Kyrill erinnern kann, weiß auch, dass es selbst in Deutschland einige Zeit dauerte, diese Schäden wieder zu beseitigen. In einem Entwicklungsland dauert es noch länger und vieles wird oft nur provisorisch wiedererrichtet, da nicht für alles gleichzeitig Geld vorhanden ist.

Um den optimalen Reisezeitpunkt zu finden, sollten man sich über die Wetterbedingungen informieren. Hier kann es zu bösen Überraschungen kommen. Die Hurrikan-Saison ist eine davon. Aber auch die Regenzeit, die normalerweise im Dezember endet, sollte eingeplant sein. Wir waren mit Mitte Januar laut Kalender auf der sicheren Seite und die Trockenzeit sollte längst angefangen haben. Jedoch ist der Klimawechsel allgegenwärtig und einige der kleineren Straßen waren wirklich reiner Matsch. Da man das Wetter nicht vorhersehen kann, sollte man sich wenigstens standesgemäß ausrüsten und in jedem Fall einen Allradantrieb haben.

Auch die gegenwärtige politische Lage sollte einem bei einer solchen Reise bekannt sein. Die ehemalige englische Kolonie, vielleicht noch dem einen oder anderen als „Britisch Honduras“ bekannt, ist zwar seit 1981 unabhängig. Jedoch will Guatemala bis heute nicht Belize als eigenständiges und unabhängiges Land anerkennen. Guatemala meldet seit 1821 territoriale Ansprüche an Belize oder zumindest Großteilen des Landes an. Nach einer kurzen Phase diplomatischer Anerkennung fing der Disput 1999 erneut an. Erst 2015 sprach Belize vor der UN bezüglich dieser Problematik, da es bis heute zu illegalen Grenzübertritten und teilweise Verletzten oder Toten kommt. Diesen hier nur kurz beschriebenen Konflikt sollte man kennen, wenn man hier reist, denn gerade an der Grenze zu Guatemala sollte man sich nachts in keinem Fall rumtreiben. Wer bestimmte Maya Ruinen, wie Caracol weiter im Süden von Belize besuchen möchte, wird auf der Straße vom Militär angehalten. Es werden Konvois gebildet, damit alle Reisenden unbehelligt und bewacht durch Militär-Begleitung das umstrittene Gebiet bereisen können. Hört sich erst einmal beunruigend an, ist aber in Wirklichkeit seit 2005 so eingeführt und völlig unproblematisch. Jetzige illegale Grenzübertritte gelten eher dem Raub-Goldabbau von Guatemalesen in Belize oder dem versteckten Marijuana-Anbau und Schmuggel. Leider gab es 2016 einen erneut tragischen Zusammenstoß an der Grenze, bei dem das belizianische Militär einen minderjährigen Guatemalesen erschoss. Die Situation ist demnach immer noch nicht entschärft, worüber sich ein Reisender bewusst sein sollte. Meist kommt man durch Unwissen in unsichere Gebiete, was man mit ein wenig Lesen sicher umgehen kann.

All diese inneren Unruhen richten sich jedoch in keiner Weise gegen Touristen. Wer sich seinem Territorium bewusst ist, weiß wo es zu Problemen kommen kann, ist sicher. Ich habe bereits in meinem ersten allgmeinen Beitrag zu Belize auf die aktuelle Kriminalitätsrate und deren Zustandekommen verwiesen. Auch wenn das Land zu den Top Ten mit der höchsten Mordrate gehören, so sind fast alle Opfer des leider sehr gewaltbereiten Drogenkartells geworden. Als Besucher dieses wunderschönen Landes sollte man jeden Kontakt zu Gangmitgliedern oder den Stadtbummel bei Nacht unter allen Umständen unterlassen. Die Hotelanlagen in Belize City selbst sind stark gesichert. Bewaffnetes Sicherheitspersonal und Spezialeinheiten der Polizei waren in unserem Hotel stationiert, weswegen wir uns keine Sekunde gefährdet fühlten. Auch tagsüber war ein Besuch kein Problem. Jedoch muss man als weithin erkennbarer Tourist auch nicht nachts auf den Straßen eines unbekannten Landes stromern gehen, wenn man sich bewusst ist, dass eine gewisse Beschaffungskriminalität und Armut vorherrscht. Das gilt für das Bahnhofsviertel in Frankfurt am Main genauso, wie Belize City…. 

Belize, Zentralamerika, Lateinamerika, Südamerika, Entwicklungsland, Infrastruktur, Karibik, reisen, Einsteigerland, Anfänger, Einsteiger, worauf muss ich achten, zu beachten, Belize Konflikt Guatemala, Kriminalität, Allrad, Ausrüstung, Equipment, Mietwagen, Fahrzeug, Regenzeit, Wetterlage, Hurrikan Saison, Trockenzeit, Gangs, Polizei, Hotel

Gang Suppression Unit der Polizei von Belize City in unserer Hotel Lobby.

In meinem nächsten Beitrag kommen dann endlich die Highlights! Der Zoo in Belize ist einmalig. Die paradiesischen Inseln sind ein Traum und die Strände erst… aber mehr dazu beim nächsten Mal!

2 Gedanken zu “Die Schattenseiten von Belize

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s