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Auswandern nach Tobago

Ein Gastbeitrag von Jörg Kilian www.caribean.de/tobago-blog/

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Jörg Kilian und sein Sohn.

Vor 15 Jahren bin ich in das vermeintliche Paradies nach Tobago in die Karibik ausgewandert – eine Insel mit traumhaften Stränden, ursprünglichem Regenwald und lediglich 50.000 Einwohnern, denen es an kaum etwas zu mangeln schien. Der Staat Trinidad und Tobago ist nämlich reich an Bodenschätzen (vor allem Erdgas) und gilt als bedeutender Produzent von Methanol und Ethanol. Ein hochproduktiver Energiesektor ermöglichte ein großes Wirtschaftswachstum und erhebliche Haushaltsüberschüsse, von denen auch das kleine und strukturschwache Tobago durch großzügige finanzielle Zuwendungen von Seiten der Zentralregierung in Port of Spain profitierte.

Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, war es nicht einfach für mich, mir in Tobago eine Existenz aufzubauen, denn die meisten Menschen sind im öffentlichen Sektor beschäftigt, durch den vor allem Einheimischen ein möglichst gutes Auskommen gesichert werden soll. Schätzungen zu Folge arbeiten ca. 15.000 der insgesamt ca. 50.000 Bürger Tobagos beim Staat. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich unter den 50.000 ja auch Babys und Greise befinden, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Der private Sektor gilt hingegen als weitgehend vernachlässigt. Obwohl Tobago aufgrund seiner Naturschönheiten und Ursprünglichkeit ein wunderschönes Reiseziel für Urlauber sein kann, findet man hier kaum Touristen aus dem Ausland. Wenn ich an meinen Lieblingsstrand zum Joggen gehe, so ist dieser zumeist fast menschenleer – sofern dort nicht einmal eine Hochzeit veranstaltet wird. Häufig hat man den Eindruck, dass besonders Politiker in Tobago schlichtweg der Meinung sind, nicht auf Touristen angewiesen zu sein.

Tobago, Karibik, Insel, Paradies, Auswandern, Auswanderer, Auswanderung, neubeginnDennoch schaffte ich es, mir mit viel Arbeit über meine Website http://www.caribean.de eine Existenz über die Vermittlung von individuellen Unterkünften aufzubauen. So stand ich fast wöchentlich am Flughafen, um Gäste zu begrüßen, die mit Condor von Frankfurt aus direkt nach Tobago geflogen sind – im tropischen Tobago ist schließlich das ganze Jahr über Reisezeit. Rückblickend bin ich vor allem dankbar über die zahlreichen netten Unterhaltungen, die ich mit vielen sympathischen und mitunter auch illustren Urlaubern führen konnte, die im Karibikurlaub wahrscheinlich entspannter wirkten als im mitunter hektischen europäischen Alltag.

Vor einigen Jahren ging die bereits geringe Zahl von ca. 100.000 internationalen Urlaubsgästen im Jahr jedoch stark zurück. Die Gründe hierfür sind weitgehend hausgemacht. Da ist neben der generellen Einstellung vieler Tobagonier zum Tourismus schlechter Service in Hotels und Restaurants sowie eine relativ hohe Kriminalität (auch gegen Ausländer) zu nennen. Negative internationale Schlagzeilen sowie zahlreiche Beschwerden von Gästen bei großen Reiseveranstaltern bleiben selten ohne Folgen. Mittlerweile betrachte auch ich die Insel viel realistischer als noch zu Zeiten meiner Auswanderung. In meinem Blog unter http://www.caribean.de/tobago-blog/, für den ich bisher über 300 Artikel verfasst habe, möchte ich über Tobago möglichst sachlich, wissenschaftlich fundiert, aber auch persönlich und humorvoll informieren.

Tobago ist kein klassisches Auswanderungsziel wie die USA, Kanada, Australien oder die Schweiz. Bildung, berufliche Qualifikation und hohe Arbeitsmotivation sind hier keine ausreichenden Vorraussetzungen, um erfolgreich sein zu können. Das sogenannte Vitamin B ist hier noch wichtiger als in Europa, was sich auch am Korruptionsindex von Transparency International gut ablesen lässt.

Dies und vieles mehr, was ich in meinem Blog ausführlicher beschreibe, haben dazu geführt, dass ich Tobago wieder verlassen möchte, sobald mein Sohn alt genug ist. Von Kreuzfahrtschiffgästen, die ich liebend gerne um die Insel führe, werde ich schon mal gefragt, ob man auf dem kleinen Tobago ohne richtige Aufgabe nicht leicht dem Alkohol oder den Drogen verfallen bzw. einfach verrückt werden könne. Ich antworte dann mit dem Sketch von Otto Waalkes und Frau Surbier an der Autobahn. Herr Kilian, Sie wohnen jetzt seit 15 Jahren auf Tobago – gibt es irgendwelche Folgeschäden?

Wer mehr von Jörg uns seiner Zukunft auf Tobago oder in Deutschland lesen möchte, folgt ihm auf Facebook oder seinem Blog.

Ein Gedanke zu “Auswandern nach Tobago

  1. chrissywo schreibt:

    Hey,
    vielen Dank für diesen interessanten und reflektierten Beitrag! Leben und Reisen sind definitiv zwei paar Schuhe! Die meisten Reisenden nehmen „Traumländer“ wie z.B. Tabago nur als reines Paradis wahr und deswegen finde ich es super, dass mal ein kritischer Beitrag dazu geschrieben wird!
    Liebe Grüße
    Chrissy

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