Statue, Mausoleum, Che Guevara, Santa Clara, Kuba

Santa Clara, Che Guevara und Cienfuegos

Unsere Rundreise macht Stopp in Santa Clara, der Stadt Che Guevaras. Wir besuchten hier das Mausoleum, das zu Ehren der gefundenen Gebeine Che Guevaras errichtet wurde. Ehrlich gesagt hatte mich Santa Clara ziemlich „runtergeholt“. Nachdem wir mehrere Tage in Havanna und in Viñales waren, war Santa Clara unsere erste eher nicht-touristische Stadt. Hätte hier Che nicht seine größte militärische Leistung, nämlich die Einnahme von Santa Clara 1958 nach zweijährigem Guerillakampf, errungen, gäbe es kaum einen Grund, das Städtchen je zu besuchen.

 

Einschusslöcher der Guerillakämpfer von Che Guevaras Einheit.

 


Da ich Bücher schreiben müsste, um die Geschichte von Che Guevara zu erzählen, begnüge ich mich mit Verlinkungen. Hauptsächlich möchte ich auf unsere Erfahrungen vor Ort eingehen. Alles andere ist zwar historisch spannend, aber gibt es wesentlich Bewanderte, als mich. In jedem Fall wird Che noch heute im gesamten Land gelobt, gefeiert, besungen und verehrt. Von irgendwelchen Konflikten zwischen Fidel und Che ist dem gemeinen Kubaner nichts bekannt. Dabei lasse ich es einfach hier bewenden.

Die Stadt Santa Clara ist ziemlich ernüchternd. Der Hauptplatz ist wie sehr häufig auf Kuba kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt. Hier gibt es WiFi, die Menschen sitzen auf Bänken und surfen im Netz, die Kinder toben über den Platz, Erdnussverkäufer bieten ihre frische Waren an und dennoch ist die Stadt eher verschlafen. Zwei Restaurants sahen wir am Hauptplatz, ein Theater und Kino, ein Hotel, in dessen Wänden man noch immer die Einschüsse der Kämpfe sehen kann. Aber man sieht auch gleich, Santa Clara scheint ansonsten von der Welt vergessen zu sein und nur wenige Touristen verirren sich in die Innenstadt. Nun sollte man sich hier jedoch nicht von mir zu sehr entmutigen lassen. Ich las andere Blogs, da waren die Besucher begeistert. Vielleicht war ich nur verkatert und hatte nach einer Nacht voller Mücken schlecht geschlafen. Alle zieht es zum Mausoleum Che Guevaras. 

Wir kamen hier morgens direkt um 9 Uhr an und wollten hinter das Mausoleum zum Eingang gehen, als uns direkt ein Soldat abfing und hinter eine bis dahin imaginäre Linie schickte. Dann ging er auf die andere Platz-Seite, holte ein Seil und spannte es in aller Ruhe vor uns als reale Absperrung auf. „Aha.“, dachte ich mir… „Wir stehen nun also als erste in einer „Schlange“ bei bereits 32°C am frühen Morgen in der prallen Sonne…“ Irgendwann kamen noch zwei andere Reisegruppen an und plötzlich durften wir über die Absperrung ein paar Schritte weiter – vor die Stufen zum Mausoleum.

Strumpfhosen, Nylon, Nylonstrümpfe, Kuba,

Hier bei einer anderen Gelegenheit dokumentiert.

Hier warteten wir erneut. Die militärisch gekleideten Damen mit gemusterten Nylonstrümpfen (vermutlich gab es gerade eine Lieferung, denn viele Damen trugen diese hässlichen Strümpfe, die wahrscheinlich ein Vermögen kosten) unterhielten sich eher gelangweilt oberhalb von uns, während wir an den Stufen warteten und gespannt zu ihnen hochsahen. Und irgendwann kam die Gruppe, die als letztes ankam als erstes rein. Dann wir und nach uns die als zweite angekommene. Warum? Keine Ahnung. So ist das eben. 🙂

Wir gingen in die eiskalte Grabstätte Che Guevaras. Fotos sind leider hier und im angrenzenden Museum nicht erlaubt. Daher gibt es nur die Außenaufnahmen. Die eigentliche Grabstätte ist feierlich, festlich und wird mit einem ewigen Feuer erhellt. Um Che herum liegen seine Kameraden, die mit ihm in Bolivien gefallen sind. Außerhalb des Mausoleums befindet sich der Friedhof der Kameraden Ches, mit denen er Santa Clara 1958 befreite. Hier gibt es auch noch leere Gräber, da noch nicht alle Kameraden gestorben sind. Im Museum selbst findet man leider nur wenige Tafeln auf Englisch. Jedoch ist es ganz interessant, da Kuba hier sehr viele private Gegenstände aus dem Leben Che Guevaras zusammengetragen und ausgestellt hat. Zum Beispiel schrieb er sein Tagebuch in ein deutschsprachiges Kalenderbuch.

Nach diesem geschichtlich wertvollen Abstecher fuhren wir nach Cienfuegos und danach nach Trinidad. Die Städte sind bekannt für ihre Architektur und Baumaße. Viele Gebäude sind aufwendig restauriert und weisen einen spanischen Baustil auf, der stark von den Arabern beeinflusst ist. Dazu der Blick auf das karibische Meer – wunderschön.

Am Abend ging es dann nach Trinidad. Freut Euch auf den nächsten Beitrag.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s