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Viñales – Zigarren, Höhlen und wunderschöne Landschaft

Mit Kuba ist nicht nur der Mojito oder Daiquiri fest verwurzelt, sondern auch die weltberühmte kubanische Zigarre. Für die meisten Besucher ist das Rauchen einer Cohiba oder Romeo y Julieta Pflicht. Wir besuchten in Havanna auch die Produktionsstätte dieser berühmten Marken. Leider darf man jedoch bei der staatlichen Zigarren-Herstellung keine Fotos machen. Auf unserem Weg nach Viñales kamen wir jedoch bei einem kleinen Tabakbauern vorbei und konnten so einen weiteren Blick hinter die Kulisse der großen kubanischen Zigarren werfen.

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Zuhause beim Tabakbauern.

In Havanna sahen wir, wie das Deckblatt präpariert wurde und der Tabakverschnitt mit schnellen geübten Handgriffen gerollt und verleimt wurde. In Viñales sahen wir vor allem die Ernte und Trocknung der Tabakblätter, die später zu Deckblättern und Tabak verarbeitet werden. 23 Zigarren kosten übrigens 10 EUR/CUC. Es sind 23 Zigarren, weil man bis zu 23 Zigarren ohne Rechnung verkaufen darf. Alles darüber muss mit Rechnung belegt und somit dem Finanzamt mitgeteilt werden. Übrigens erzählte uns ein Restaurantbesitzer, dass man auf Kuba bis zu 40% auf den Umsatz (nicht Gewinn!) bezahlt. Eine stolze Summe Steuergelder!

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Zigarrenfertigung in Viñales

Danach ging es zum Valle de Viñales, einem etwa 10km langen Tal, das zu den meistbesuchtesten Touristenattraktionen und Sehenswürdigkeiten Kubas zählt. Seit 1999 trägt das Tal auch den UNESCO Titel „Kulturlandschaft der Menschheit“. Es ist in der Tat wirklich spektakulär und absolut sehenswert. 

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Weit weg von allem.

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Panorama des Valle de Viñales

Die Erde im Valle de Viñales ist äußerst fruchtbar und somit hervorragend für die Landwirtschaft geeignet. Aus der Not heraus, weil es an synthetischen Düngern und Schädlingsbekämpfungsmitteln fehlte, hat sich Kuba zu einem Marktführer in ökologischer Landwirtschaft entwickelt. Die Ernte ist laut kubanischen Angaben jährlich um 4,2% (Propaganda?) rapide gestiegen, jedoch müssen immer noch über 80% der Lebensmittel teuer importiert werden. Hin oder her – wir durften an diesem Tag auf einer kubanischen Öko-Finca Mittagessen. Es war fantastisch.

Im Anschluß fuhren wir weiter zu einer Höhle. Cueva del Indio heißt diese und gehört zu dem 46km weit verzweigten Höhlennetz unter dem Valle de Viñales. Ehrlich gesagt war ich hier etwas enttäuscht.Vor der Höhle standen bereits verkleidete Schauspieler in einem nachgebauten Indio-Dorf rum, die dem Touristen einen Greifvogel oder eine Baumratte gegen Trinkgeld auf den Arm geben… Brauche ich jetzt nicht.

Leider sind meine Fotos  im Inneren fast nichts geworden sind. Sonst würde man erkennen, dass es sich nicht um richtiges Gestein sondern eher um Beton handelt. Außerdem mussten wir plötzlich mitten in dieser stickigen, engen und feuchten Höhle knapp 60min warten, da wir in Boote steigen mussten. Damit hatte ich nicht gerechnet. Auf die kleinen Motorboote passen so ca. 12 Personen drauf. Man fährt dann einmal die Höhle hoch, dreht um, fährt am Einsteige-Anleger vorbei zur Höhle hinaus. Diese Bootsfahrt geht keine 10 Minuten. Hat sich das gelohnt…. Man sieht ein paar Gesteinsformationen und mit Fantasie kann man hier „Champagnerflaschen“ oder „Adler“ erkennen. Als wir im Lower Antelope Canyon waren, konnte man auch mit Fantasie in den Gesteinsformationen Figuren erkennen. Aber in dieser Beton-Höhle… Ich weiß ja nicht… Im Anschluß dann wieder der bereits gewohnte Piña colada-Verkaufsstand, die handgeschnitzten Kunstwerke, handgeflochtene Körbe, Kruscht und Kram in jeder Variation und natürlich Einheimische, die nach Seife oder CUCs fragen.

„Nichts wie weiter!“, dachte ich! Vor uns liegt die Besichtigung einer „prähistorischen Wandmalerei von Leovigildo González Morillo – einem Schüler von Diego Rivera“. So steht es in meinem Programm. Da unser Reiseleiter nicht der gesprächigste war, fingen wir an, mit unseren Mitreisenden Vermutungen anzustellen. „Prähistorisch“ hört sich ja erst einmal nach Höhlenmalerei an. Wir dachten an kleine verwinkelte Felsnischen mit Skizzen alter Jagdszenen. Und dann kam alles ganz anders…

So sieht also eine kubanische Touristenattraktion aus. Eine Sehenswürdigkeit mitten im kubanischen Nichts. Ich war sprachlos. Hier muss man Eintritt bezahlen, damit man das Kunstwerk Mural de la Prehistoria bewundern darf. Seit 1961 prangt es über den Felsen und muss stetig erneuert werden, da die Farbe dem Wetter nicht trotzt. Es ist 120m hoch und 180m breit. Mehr gibt es hier nicht anzumerken. Außer, auch hier gab es natürlich Piña colada, ein Restaurant, in dem wir nicht speisten und wir hätten Pferde für 5CUC die Stunde mieten können. Mit denen kann man dann die Wiese hoch und runter galoppieren. Wir vertrieben uns die Zeit bis unser Busfahrer und der Reiseleiter ihre alkoholfreie Piña colada getrunken hatten mit dem Streicheln streunender Hunde… Im Anschluß ging es zurück nach Havanna.

2 Gedanken zu “Viñales – Zigarren, Höhlen und wunderschöne Landschaft

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