Plaza de Armas, Havanna, Kuba, Innenhof,

Havanna – die schönste Sehenswürdigkeit Kubas

Egal wen man in unserer Reisegruppe fragte – Havanna war stets unser Highlight. Einige hatten bereits vor Beginn der Rundreise Havanna alleine besucht, andere, wie wir hängten am Ende noch einmal einen Aufenthalt in Havanna ein.

WiFi, Internet, Kuba, Havanna

Wenn es WiFi gibt, versammeln sich die Menschen.

Die heutige Hauptstadt Kubas ist für mich eine einzige Sehenswürdigkeit. „La Habanna„, wie die Einheimischen die 2,1 Mio. Einwohner umfassende Hauptstadt liebevoll nennen, besteht aus unzähligen traumhaft schönen spanischen Kolonialbauten. Die Baumasse ist beeindruckend! Dazwischen finden sich die imposanten sozialistischen Bauwerke wieder, die den Besucher stets an die Revolution und den heute vorherrschenden Sozialismus erinnert.

Capitolia, Capitol, Havanna, Kuba

Besonders schön ist der Plaza de Amas, die Gegend rund um das Hotel Inglaterra und Kapitol, der Plaza Vieja und der Malecón, was die Uferstraße am Meer entlang ist. Hier findet man überraschend moderne Bars und Restaurants. Für einen Kubaner meist unerschwinglich, für den Touristen jedoch relativ günstig. Ansonsten muss man sich in Havanna einfach treiben lassen. „Lifetravellerz“ hat hier eine treffende Aufstellung gemacht, was man in Havanna erlebt haben sollte. Stolz können wir verkünden – alles abgehakt und noch mehr! Wobei ich muss zugeben, nur Hendrik hat Zigarre geraucht und auch nicht in Havanna, dafür aber auf fast jeder anderen Station unserer Rundreise. Übrigens gibt es unserer Meinung nach den besten Mojito auf der Terrasse des Hotels Inglaterra und nicht, wie Hemingway behauptet, im La Bodeguita Del Medio. Aber auch das muss jeder für sich selbst erschmecken.

Auch wenn mittlerweile bereits vieles im Wandel ist, so findet sich hier immer noch eine beeindruckende Zahl wunderschöner Oldtimer wieder. Sie dienen meist als Taxi und sind teilweise in abenteuerlichen Zuständen, teilweise aber auch mit wenigen Mitteln liebevoll restauriert. Schließlich dienen diese Fahrzeuge als wichtige Geldeinnahmequelle und verschaffen dem Besitzer die wichtige Touristenwährung CUC. Eine solche Fahrt ist wirklich unvergesslich und gehört zu Kuba einfach dazu. Mittlerweile sieht man jedoch immer mehr importiere Autos, was die Oldtimer Kubas früher oder später von der Bildfläche verschwindet lässt.

Die Stadt Havanna ist recht groß, weswegen sich eine Oldtimer-Taxifahrt in jedem Fall anbietet. Mit unserer Gruppenrundreise war die Stadtführung leider relativ kurz ausgefallen bzw. viel mit dem Bus einfach nur abgefahren worden. Aus heutiger Sicht würde ich die Oldtimer-Rundtour oder den Hop on Hop off-Bus empfehlen.

Daewoo, Havanna, Kuba, altersschwach.

Das kleinste Auto, in dem wir je fuhren – ein Daewoo.

 Zum Abschluss unseres Havanna-Abenteuers ging es auf die Festung. Jeden Abend um 21 Uhr findet auf der Festung Castillo de los Tres Reyes del Morro eine Kanonenschuss-Zeremonie statt, die mir unvergesslich sein wird. Nun war der Europäer bereits auf vielen Festungen, Burgen, Schlössern. Wir haben Kanonenschüsse erlebt, Gewehrfeuer oder Salutschüsse. Stets ging es hierbei festlich und steif zu. Was wir jedoch in Havanna erlebten, war für mich ein Inbegriff der karibischen Natur.  Als spanische Soldaten verkleidete – und ich empfand sie wirklich als verkleidet und nicht als „echte Soldaten“ – Kubaner schreiten im theatralischen Stechschritt den gepflasterten Weg zur Festungsmauer empor. Links und rechts stehen Besucher, Einheimische, Familien, Verliebte, Touristen und säumen den Weg der Perücke-tragenden kolonialen Soldaten. Ein Johlen und Grölen ertönt, Klatschen, eine Unruhe ergreift die Menge – ich habe etwas vergleichbares noch nicht erlebt. Die Soldaten schreiten zu einer Kanone auf der Festungsmauer und fangen an, die Menge anzufeuern. Es wird geklatscht, die Arme gewedelt, um die Menge zu mehr Gebrüll anzustacheln und die „Soldaten“ benehmen sich plötzlich wie Animateure im All-inclusive-Hotel, was einen amüsanten Kontrast zu der historischen spanischen Uniform bildet.

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Kanonenschuss-Zeremonie auf dem Castillo de los Tres Reyes del Morro

 Die Menge der Zuschauer johlt immer lauter. Ein Soldat hat plötzlich eine brennende Fackel in der Hand und stachelt weiter die Menge an. Es ist eine Party, die sich steigert, bis endlich die Kanone entfacht wird. Noch bevor der wirkliche Schuss ertönt, „werfen“ sich bereits Kubaner zur Seite, als wenn die Druckwelle sie erwischt hätte! Alle lachen! Sie haben plötzlich Angst vor dem großen Knall und bringen sich „in Sicherheit“. Es ist ein Moment voller Emotionen! Es ist vergleichbar mit in die Geisterbahn gehen und dann sich erschrecken, wenn der erste unerwartete „Geist“ von der Decke kommt! Aber alle lachen! Ein Gejohle und Gebrüll ist zu hören! Und dann kommt erst der Kanonenschuss. Es war so lustig und so anders, im Vergleich zu Frankreich oder England. Das karibische Lebensgefühl ist schwer zu beschreiben. „Albern“ wäre abwertend, aber vielleicht trifft infantil oder quatschig den Kern der Sache. Wir alle hatten wahnsinnig viel Spaß bei dieser Zeremonie. Die Soldaten wurden angefeuert und dann hatten plötzlich doch alle kurz Angst und erschreckten sich. Diese kichernde Atmosphäre war so locker und leicht. In Europa habe ich das so noch nie erlebt.

Hotel Inglaterra, Havanna, Kuba, Nationaltheater

Hotel Inglaterra, Havanna, Kuba

Havanna ist mit Sicherheit eine Stadt, für die man 2-3 Tage benötigt, um sie verstanden zu haben. Vieles ist im Umbruch und die Stadt ist groß. Sobald Staatsbesuch kommt, werden die Hauptstraßen renoviert, so wie das Kapitol zum bald anstehenden zweiten Besuch Obamas. In den Neben- und Hintergassen sieht es keineswegs mehr so vergnügt und pompös aus. Dennoch trägt auch das zum einzigartigen Charme Havannas bei. Ein Besuch Kubas kann ohne einen Besuch Havannas nicht vollständig sein.

4 Gedanken zu “Havanna – die schönste Sehenswürdigkeit Kubas

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