Tower of London

London calling

Grau in Grau empfing uns London. Im November aber tatsächlich etwas, das nicht nur in London passieren kann. Wir besuchten einen guten Freund, der frisch nach London gezogen ist. Leider war das Wetter nicht für den VFR-Eigenflug tauglich. Aber wofür gibt es Germanwings.

Tower of London

Tower of London

Unsere erste Station war der natürlich der alte Herrschersitz der britischen (und indischen) Krone. Der Tower of London überraschte uns mit seinem Weltkriegsdenkmal. 888.246 Keramik-Mohnblumen zier(t)en den Graben des Towers. Jede Mohnblume versinnbildlicht einen Gefallenen der britischen und Commonwealth Streitkräfte des 1. Weltkriegs.

Rosen vor dem Tower of London

Weltkriegsgedenkmal

Mohnblumen

Mohnblumen

Der Graben rund um den Tower ist voller Mohnblumen. Bei dem grauen Wetter war es ein schöner Farbklecks, der zudem auch einmal mehr bildlich vor Augen führte, wie viele Menschen ein solcher Krieg wirklich kostet. Uns gefiel tatsächlich das Mahnmal sehr gut.

Yeoman Warders

Yeoman Warders

Der Tower ist aber auch von Innen beeindruckend. Wir machten eine Führung, die klassisch von einem Yeoman Warder (Beefeater) geleitet wird. Ich kann eine solche Führung nur empfehlen. Unser Beefeater hatte Humor, war etwas eigen und gab uns einen wirklich sehr guten Eindruck, wie das in den letzten 500 Jahren so war. „Don’t film my ugly face!“, war sein Wunsch! Wie ihr seht hielt ich mich daran, denn die Strafe wäre gewesen… die Führung in Walisisch! Er kam aus Wales und drohte vor allem filmenden Asiaten an, die Sprache zu wechseln, wenn sie sich seinem Wunsch widersetzen. However – es war sehr lustig, interessant und die 22 Pfund inkl. Spende wert.

Spende? Ja! Das Weltkulturdenkmal bittet beim Eintritt, eine Spende in Höhe von 2 Pfund zu entrichten. Man kann auf Wunsch auch diese nicht bezahlen. Jedoch wird die Kassiererin erst einmal die 22 Pfund pro Erwachsenen aufrufen. Ehrlich gesagt, den Tower zu erhalten war uns 2 bzw. 6 Pfund wert.

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Treator’s Gate

Im Tower gab es viele prominente Gefangene. Die unzähligen Exekutionen wurden entweder vor dem Tor öffentlich durchgeführt oder auf dem Innenhof. Durch das Treator’s Gate schritten die meisten zum Tode verurteilten. So auch die Königin Anne Boleyn oder auch Sir Thomas More. Der innere Exekutionsplatz, auch Tower Green genannt, wird mit einem Denkmal geziert, der das Kissen symbolisiert, auf das immerhin zwei Königinnen ihr Haupt betten mussten, ehe sie es verloren.

Tower Green

Tower Green

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWir sind danach in die Kapelle gegangen, unter dessen Boden bis heute die Körper der Exekutierten ruhen. Die Berühmteren darunter haben spezielle Plätze zum Beispiel hinter dem Altar. Die anderen liegen unter dem Boden und finden dort ihre Ruhe. Gerade politische Gefangene verloren jedoch ihren Kopf, der dann den Weg zur London Bridge ging und dort auf einer Lanze …verrottete.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEinen Besuch der Kronjuwelen konnten wir nicht lassen. Jedoch sind hier Fotos verboten. Es ist wirklich beeindruckend, was man aus funkelnden Steinen und glänzendem Metall so alles hinbekam. Spannend war auch, was für Tiere die Könige der Britischen und Indischen Krone so im Laufe ihrer Regentschaft geschenkt bekamen. Überall stehen drahtige Statuen dieser Geschenke herum, was aus dem Tower auch einen kleinen Zoo macht.

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OLYMPUS DIGITAL CAMERAEhrlich gesagt kann man im Tower Stunden verbringen. Man könnte unendlich viel besichtigen, OLYMPUS DIGITAL CAMERArumlaufen, Geschichte erleben. Aber bei einem kurzen Wochenendtrip darf auch die Towerbridge nicht fehlen. Seit kurzem gibt es dort einen Glasboden, der es dem Besucher ermöglicht, auf die darunter liegende Straße und Themse zu schauen. Hätte mir jemand zu diesem Zeitpunkt gesagt, dass am selben Tag der neue Glasboden erst gesplittert ist… Ich wäre vermutlich nicht so locker darauf rumspaziert.

OLYMPUS DIGITAL CAMERATatsächlich fiel wohl einem Besucher eine Flasche runter, was dem Boden wohl einen Sprung versetzte und danach ging eine Frau mit Heels darüber, was der Scheibe angeblich den Rest gab und aus dem Sprung wurde ein Zersplittern. Nicht sonderlich hoch, 43m, jedoch hat man einen ganz schönen Blick auf die Skyline von London. Leider war es einfach grau in grau. Aus diesem Grund hatten wir uns auch gegen The Shard entschieden. Es ist sicherlich toll dort oben. Aber bei dem Wetter fotografierte ich lieber The Shard und sparte mir das Geld.

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OLYMPUS DIGITAL CAMERAEhrlich gesagt ist das Nachtleben von London, zumindest wenn man aus Berlin kommt, ziemlich enttäuschend. Pubs sind ja ganz nett. Aber warum legt man in einer Bar Teppich aus? Hässliche Blumentapete ist schon echt ein gewagter Stil. Aber Teppich, der schon etliche Liter Bier „getrunken“ hat, einen dezent müffeligen Duft absondert und dabei schon lange keine einladende Schattierung mehr hat… ich weiß ja nicht. Thomas, den wir besuchten, sagte stets „New America“ zu Großbritannien. Ehrlich gesagt – es stimmt! Überall nur Burger, Hot Dog, Chicken Wings! Was ist los mit Euch Briten? Wo sind die ungenießbaren Stews hin? Nicht, dass ich diese wirklich vermissen würde. Aber es gibt keine Restaurants, Pubs ohne Fast Food. Fish and Chips ist am Aussterben, doch der Brite schaufelt sich schon den nächsten Wing hinter die Binsen…

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Alles in allem mag ich die Stadt sehr gerne. Sie ist laut, voll, riesig, stinkt und ist etwas raubeinig … Aber der Sprung von Berlin zu London ist nicht besonders groß. Vielleicht fiel es mir deshalb so leicht. Es gibt viel zu sehen und für jeden Geschmack kann man etwas finden – sogar Pubs mit Parkett ohne Blumentapete.

2 Gedanken zu “London calling

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