Routing: Page (KPGA) – Henderson (KHND) via Grand Canyon

KPGA-KHNDDer Flug von Page nach Las Vegas (Henderson Executive) (KPGA – KHND) versprach schon bei der Planung sehr außergewöhnlich zu werden. Zum einen natürlich weil es über den Grand Canyon ging, aber auch der Anflug auf Henderson versprach vom Terrain her spannend zu werden. Dazu kam das Wetter, was zwar CAVOK – also wolkenlos und gute Sicht – war, aber dazu sehr winding werden sollte.

Ich hatte mich mit Kartenmaterial und Recherche auf die am Grand Canyon geltenden Sonderflugbedingungen informiert. Flüge, wie wohl vor einigen Jahren noch üblich, durch den Canyon selbst sind mittlerweile verboten. Es sind genaue Routen und Flughöhen einzuhalten und Commercial-Traffic (also Flugzeuge von kommerziellen Touranbietern) und Privatflieger, wie wir, sind strikt getrennt. Dazu kommen spezielle Frequenzen auf denen man Höhrbereitschaft halten muss.

Wir begaben uns gegen Mittag auf den Flugplatz, nachdem wir am morgen die eindrucksvolle Tour durch den Lower Antelope Canyon hinter uns gebracht hatten. Der Start war schon ein Erlebnis. Diesmal ging es auf Piste 33 gegen allerhand Wind in die Luft. Ich habe den Fahrtmesser noch nie so schnell von 0 auf 30kt springen sehen. „Airspeed alive“, indeed. Page liegt auf 4316 ft. also 1315 m. Es war recht warm und es herrschte Hochdruck, also eine hohe Dichtehöhe. Beim Startlauf bereitete das u.a. wegen des starken Gegenwindes und des Downslopes der Piste keine Probleme. Beim anschließenden Aufstieg auf die 10.500ft merkte man aber das der Motor nicht die sonst gewohnte Leistung brachte und sich das Flugzeug auf die Höhe quälte. Die Zylinderkopftemperatur bliebt aber im grünen oder zeitweise kurz im gelben Bereich.

10.500ft hört sich erst mal viel an. Die Landschaft um den Canyon herum ist jedoch 7000ft-9500ft hoch. Man fliegt also teilweise nicht sehr hoch über dem Grund. Auf der Reisehöhe angekommen erwartete ich nun eigentlich schönste Ausblicke über den Canyon und einen kurzen aber eindrucksvollen Flug. Leider machte es uns der Wind mit 12-20kt auf der Nase nicht so leicht. Die bizarren Felsformationen des Canyons und seiner Ausläufer führten zu erheblichen Turbolenzen der den Flug mit Autopilot unmöglich oder zumindest sehr unangenehm machte. Es war also Handarbeit angesagt und es war wirklich Arbeit.

Nachdem wir das Gebiet des Grand Canyons verlassen hatten, sanken wir so dass wir unter dem Las Vegas Bravo Airspace unseren Anflug auf Henderson starten konnten. Wir ließen Boulder City und den Hoover Dam rechts neben uns liegen und flogen über die nun direkt vor uns liegende Hügelkette Richtung Henderson. Wir wurden direkt auf den Queranflug für 35R geschickt und erhielten dann auch die Landefreigabe für die Piste. Der Wind kam mit ordentlichen 20kt aus 310 Grad, also fast von vorne.

Die Landung selbst war kein Problem und wir rollten dann – natürlich nach entsprechender Freigabe – über Piste 35L zum GA-Parkplatz. Das Vorfeld ist recht groß. Hier standen sehr viele kleine einmotorige Maschinen, aber auch allerhand King Airs, oder Gulfstream Jets herum. Kurz nach uns landete ein solcher Jet, der offensichtlich eine Familie zum kurzen Sonntagstrip nach Las Vegas beförderte.

Auch wenn der Flug recht kurz war, war er der bisher anstrengendste auf der Reise. Der Wind war in der Tat so stark, dass das Finale des Red Bull Airraces, welches an diesem Tag in Las Vegas statt finden sollte, abgesagt wurde.

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